Sicherheit am Bau darf nicht Ökonomen überlassen werden

Aus Anlass des Beschlusses des Bundeskabinetts zum Bürokratieabbau erklärt der Präsident der Bundesvereinigung der Prüfingenieure, Dr. Hans-Peter Andrä:
 
Bürokratieabbau darf nicht heißen, der Gesetzeber stiehlt sich aus der Verantwortung. Was die Situation im Bauwesen betrifft, hat im Winter gerade die Serie der Dacheinstürze unter anderem in Bad Reichenhall deutlich gemacht, dass die seit Jahren betriebene Deregulierungs- und Privatisierungspolitik gescheitert ist. Das von den Bundesländern zunehmend verfolgte politische Ziel, zur Kostenersparnis auf die Überprüfung und Überwachung vieler Bauten zu verzichten und statt dessen den Betreiber in die Pflicht zu nehmen, hat sich nicht bewährt.

Der Wegfall von Qualitätssicherung hat für den Wirtschaftsstandort Deutschland katastrophale Folgen. Der erbitterte Preiskampf in der Baubranche ist eine der Hauptursachen dafür, dass der Wettbewerb in den letzten Jahren – bis auf wenige Ausnahmen – nicht mehr auf dem Gebiet der Technologie und Innovation statt gefunden hat, sondern fast ausschließlich auf dem Gebiet des Einkaufs billiger, ungelernter Arbeitskräfte, die häufig nicht einmal die deutsche Sprache beherrschen. Dafür wurde qualifiziertes Fachpersonal entlassen. Gebäudesicherheit darf nicht länger nur noch nach ökonomischen Gesichtspunkten beurteilt werden. Der Schutz von Leib und Leben sowie der Wirtschaftsgüter muss oberste Priorität haben. Was bei Lebensmitteln selbstverständlich ist, muss auch für Gebäude gelten!

Informationen:
Bundesvereinigung der Prüfingenieure für Bautechnik, Ferdinandstraße 47, 20095 Hamburg, Tel. 040/303 79 500, Geschäftsführer: Dipl-Ing. Manfred Tiedemann oder Christina Hövener-Hetz, Tel. 030/70 78 49 93.
Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 10. März 2009 )

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